Geschichte

Vom Steinkreuz in der Kreuzsteinstrasse

Die Kreuzsteinstrasse in Hof führt ihren Namen von einem Steinkreuz. Dieses befand an der stelle, an der heute die Gartenmauer der Freimaurerloge „Zum Morgenstern“ in der Wilhelmstrasse hinein reicht. Ein Bauer aus Osseck hatte das Kreuz aus Dankbarkeit gegenüber Gott errichten lassen. Damals waren an der Straße, die nach Osseck führte, noch Felder und Wiesen und die Neustadt Hof war mit Mauern und Graben umgürtelt.

Der Bauer hatte an einem Wintersonntag taufen lassen. Nach der kirchlichen Handlung waren die Festteilnehmer in einer Hofer Gaststätte eingekehrt, um sich Bier und eine kräftige Mahlzeit munden zu lassen. Man war bald gehobener Stimmung und bemerkte nicht, dass bereits der Abend herein gebrochen war und ein Schneesturm einsetzte, wenn nicht die Hebamme zum Aufbruch gedrängt hätte.

Mit dem Pferdeschlitten wurde die Heimfahrt angetreten. Doch wie erschraken die Taufgäste als sie ankamen und das Wickelkissen samt dem Kind fehlte. Hatte man es bei der raschen Fahrt oder infolge des reichlich genossenen Bieres verloren? In höchster Eile ging es zurück. Vorsichtshalber wurde auch der Hofhund mitgenommen. Das treue Tier entdeckte, dem Schlitten vorauseilend, als Erster das Kind, das zum Erbarmen schrie. Gleich darauf war der Bauer zur Stelle, das laute Bellen seines Hundes hatte ihm in der Finsternis den richtigen Weg gewiesen. So schnell wie möglich steuerte der überglückliche Vater dem häuslichen Herd zu. Warme Milch und ein gesunder Schlaf machten das unliebsame Vorkommnis wieder gut.


Aus „Sagen“ von Andreas Reinhold